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Marburg: Ein Blumenstrauß sagt mehr als 1.000 Worte

Schlichten und dolmetschen sind zwei Schlüsselqualifikationen, die in nachbarschaftlichen Konflikten oder einfach in der Hilfe für Andere einen außerordentlichen Wert besitzen. Aber auch das Erklären, und das Sich-Zeit-nehmen für Gespräche mit den Nachbarn scheint zwar selbstverständlich, setzt aber unvoreingenomme, motivierte Gesprächspartner voraus.

In Marburg-Richtsberg engagieren sich Helferinnen und Helfer, die für viele Nachbarn eine elementare Unterstützung im Alltag darstellen und das friedliche Zusammenleben sichern helfen. Am Richtsberg leben Menschen aus 84 Nationen, 44 Prozent der Richtsberger Bevölkerung besitzt einen nichtdeutschen Pass.

Vor diesem Hintergrund untersuchte die Marburger „Bürgerinitiative für soziale Fragen e.V.“ in Zusammenarbeit mit der Programmkoordination „Soziale Stadt“ der Stadt in einer so genannten formativen Evaluation das Profil freiwilliger Helferinnen und Helfer im Stadtteil Richtsberg. Auf der Basis der Erhebung und den begleitenden Interviews erstellte die Initiative Handlungsvorschläge, wie das Wirken und die Arbeit der Ehrenamtlichen im Stadtteil Richtsberg nachhaltig gestärkt werden kann.

Ein bedeutender Stellenwert wurde der Anerkennungskultur beigemessen. Ehrenamtlich Tätige, so die Autoren der Studie, sollten in einer Großstadt wie Marburg unbürokratisch ihren Aufwand ersetzt bekommen (kein Bezahlsystem, vielmehr zum Beispiel Verteilung von Busfahrkarten und Regelung der Telefonkosten). Die Anerkennung und Offenheit bei Behörden und Institutionen gegenüber den Helfern solle gestärkt werden. In einem differenzierten „Danksagungssystem“ werben die Autorinnen und Autoren der Studie zudem dafür, mit zahlreichen einfachen, doch umso effektiveren Mitteln (Grußkarte, Blumenstrauß, Besuch, öffentliche Ehrung) die Arbeit der ehrenamtlich Tätigen Menschen in der internen und externen Öffentlichkeit regelmäßig zu würdigen. Dabei solle nicht ausschließlich ein einziges Ereignis im öffentlichen Mittelpunkt stehen, sondern die Arbeit der Freiwilligen als fester Bestandteil zum Beispiel auch der öffentlichen Verwaltung betrachtet werden.

Marburg Wohnbevölkerung: 77.050

Kontakt und weitere Informationen zu dieser Initiative:

Bürgerinitiative für soziale Fragen e.V. Frau Carin Götzfried

Damaschleweg 96 35039 Marburg

Tel.: (06421) 44122 E-Mail: BSFMarburg@t-online.de
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