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Modautal: 1 Stuhl + 1 Tisch = Unser Kinderbüro

Das wird spannend: Die ersten Schuljahre bedeuten eine neue Welt. Mädchen und Jungen begeistern sich für neue Idee, sind aufgeweckt und lernen mit Spaß und Neugierde ihre Umgebung kennen. Eine gute Voraussetzung also, um das Engagement der Kinder zu fördern und aufzuzeigen, dass es sich lohnt, sich auch für die Gemeinde einzusetzen. Modautal besteht aus insgesamt elf Ortsteilen, und alle seine jungen Schülerinnen und Schüler besuchen in den ersten vier Schuljahren die Modautalschule. Damit sie sich untereinander kennen lernen aber auch erstmals herausfinden, wie man in einer Gruppe gemeinsam Interessen vertritt, ist an der Grundschule das erste „Kinderbüro“ entstanden. Das Konzept der Erzieherin ist verblüffend einfach, aber umso effektiver: „1 Stuhl und 1 Tisch = Unser Kinderbüro!“

Hier üben bereits die Ehrenamtlichen von Morgen, was es heißt, einen Verbesserungsvorschlag für den Schulbusverkehr zu machen. Oder der Gemeinde mitzuteilen, dass eine Haltestelle ziemlich kaputt ist. Oder eine Halfpipe für die Freizeitgestaltung vorzuschlagen...

Während den Öffnungszeiten ihres Kinderbüros, in den Schulpausen auf dem Flur, haben die jungen Schülerinnen und Schüler viele Vorschläge gesammelt. Mit einfachen Mitteln, besagtem Stuhl und Tisch, Notizzetteln, Kulis und selbst gemalten Namensschildern. Begleitet von der Erzieherin und der Rektorin der Schule, unterstützt von der Gesamtschülervertretung, fassten die Kinder ihre Themen zu fünf Schwerpunkten zusammen: „Kinderbüro“, „Rund um die Schule“, „Busverbindungen“, Spielplätze“ und „Verschiedenes“. In einem zweiten Schritt motivierte die Leiterin des „Kinderbüros“ 23 Mädchen und Jungen der Klassen 1 bis 6, „dran“ zu bleiben und regelmäßig im Kinderbüro mitzuwirken.

Das neue „Kinderbüro“ in der Modautalschule hat sich etabliert. Es veranschaulicht, wie man mit unkonventionellen Mittel Kinder mobilisieren kann. Sie verfolgen mit offenen Augen in ihre Umwelt, sprechen aus was sie interessiert, was sie ärgert – und besprechen es gemeinsam mit einer Ansprechperson, die nicht dem Lehrerkollegium angehört. Die Kinder brauchen also keine Bewertung zu fürchten. Die Erzieherin, die viele der Kinder bereits aus dem Kindergartenalter her kennt, versteht sich eher als Prozessbetreuerin, denn als Leiterin der Gruppe. Dadurch fällt es leichter, dass ein zentrales Motiv des Kinderbüros vermittelt werden kann: Die Kinder werden mit ihren Ideen ernst genommen. Sie erfahren, dass es, um Wünsche in die Realität umzusetzen, mitunter vieler kleiner Schritte bedarf.

Modautal Wohnbevölkerung: 4.994

Kontakt und weitere Informationen zur folgenden Initiative:

Gemeinde Modautal – Kooperationsleitering Soziales Ellen Werner

Odenwaldstraße 34, 64397 Modautal

Telefon: 06254 – 9302-0 e-mail: modautal@t-online.de
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