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Tolle Töne! In Alsfeld spielt die Musik.

Fröhlich schmetterndes Blech von Pauken und Trompeten: Die Alsfelder Bürgerinnen und Bürger sind musikalische Meisterklasse. Wann erlebt man annähernd 200 Musiker, vom Singkreis über die Blaskapelle, dem Spielmannszug bis zum Alsfelder Kammerorchester? Freundschaften und Bekanntschaften machen’s möglich: Seit über zwanzig Jahren engagieren sich die Musikfreunde der Stadt und organisieren gemeinsam das anspruchsvolle Musikfestival.

Die „kommunale Oper“ mit 200 Teilnehmern machte Alsfeld im Jahr 1987 bundesweit bekannt. Doch neben diesem fulminanten großen „Stadtorchester“ hat sich die mittelhessische Stadt zu einem kleinen, aber feinen Mekka der „ernsten“ Musik gemausert. Die jährlichen Aufführungen des Radiosinfonieorchesters sind stets sehens- oder besser: hörenswert. Und das trotz knapper öffentlicher Kassen. Frühzeitig hatten die Initiatoren, ein Schulleiter, seine Familie, Freunde und Bekannte, gemeinsam mit der Stadt Alsfeld erkannt, dass sich eine großangelegte Veranstaltungsreihe im Ein- oder Zwei-Jahre-Turnus über den Kulturetat der Stadt nicht immer verwirklichen lässt.

Das war die Lösung: Ein ehrenamtlicher Arbeitskreis plante und entschied daher lange Jahre gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter das Programm. Die Frauen und Männer setzten dabei alle Hebel in Bewegung, um ein anspruchsvolles und populäres Programm auf die Beine zu stellen. Dabei genossen die Mitglieder stets das Vertrauen des Bürgermeisters und des Magistrats der Stadt, aber auch der musikalisch aktiven Alsfelder.

Heute firmiert das Musikfestival, die „Alsfeld Musik Art“ als eine gelungene Integration mehrerer Musikstile: Zum Einen stehen klassische Symphoniekonzerte auf dem Programm. Zum Anderen hat sich durch die Zusammenarbeit des Alsfelder Singkreises und des lokalen Kammerorchesters eine höchst fruchtbare Zusammenarbeit entwickelt, eine im wahrsten Sinne gehobene Folklore. Ergänzt wird das Programm schließlich durch ein jährliches Jazzkonzert. Verantwortlich sind heute weiterhin Bürgerinnen und Bürger der Stadt, die sich ehrenamtlich für das Musikereignis des Jahres engagieren.

Aber, ist solch ein künstlerisches Mammutvorhaben überhaupt ehrenamtlich und regelmäßig realisierbar? Ja, es ist. Wenn all die Aktiven ihre Berufskenntnisse und Fertigkeiten einbringen, seien sie nun Lehrer oder Musiker, Kaufleute oder Banker, klappt es, so zeigte es die Erfahrung. Die Stadt Alsfeld unterstützt die „ehrenamtlichen Kulturmanager“ bis heute auch finanziell, soweit es die Stadtkasse erlaubt. Ihr „strategisches Ziel“ formulierten die Bürgerinnen und Bürger aber so: Die Konzertreihe muss sich im Zweifelsfall selbst tragen. Durch Sponsoren-Partnerschaften bis nach Frankfurt am Main (der Alten Oper) ist es möglich geworden, dass die Ehrenamtsinitiative gar Auftragskompositionen an zeitgenössische Künstler vergeben kann sowie einen Kompositionskurs für Laien anbietet. Die aus privatem Engagement 1987 gegründete gegründete Musikschule unterrichtet heute über 500 Schülerinnen und Schüler.

Wo liegt der Schlüssel zum Erfolg dieser breiten, ungewöhnlichen Ehrenamtsinitiative, die in der gesamten musikalischen Alsfelder Gemeinschaft populär ist? Sicherlich ist es ein Mut zur Phantasie, der Kleinstadtgrenzen überwinden ließ. Doch begünstigten auch kluge Köpfe im Magistrat und in der Stadtverwaltung die Entwicklung, schöpferischen Kräften in der Stadt eine breite Entfaltung zu ermöglichen.

Alsfeld Wohnbevölkerung: 17.924

Kontakt und weitere Informationen zu dieser Initiative:

Stadt Alsfeld, Markt 2, 36304 Alsfeld

Tel.: (06631) 182-0
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