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FAQ

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Was zeichnet Patenschaftsprojekte aus?

Grundlagen einer Patenschaft sind Vertrauen, gegenseitiger Respekt, Kontinuität und Verlässlichkeit. Auf dieser Basis entstehen sehr individuelle und persönliche Beziehungen zwischen zwei Menschen, wobei der erfahrenere Partner seine Zeit, sein Wissen und seine Erfahrungen einbringt, um den weniger Erfahrenen zu unterstützen und zu begleiten. Der Umfang und die Inhalte der Patenschaftsbeziehung ergeben sich dabei aus den konkreten Bedürfnissen desjenigen, der begleitet wird. Es kann sowohl um eine allgemeine Hilfestellung in allen Lebensbereichen, aber auch um ein klar bestimmtes Lernfeld gehen.

Patenschaften sind ein sinnstiftendes Engagement, das allen Beteiligten neue Perspektiven eröffnet. Darüber hinaus werden chancengleiche soziale Teilhabe und gesellschaftlicher Zusammenhalt  gestärkt.

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Begriffsvielfalt

Patenschafts-, Mentoring- oder Lotsenprojekt: In der Praxis werden diese Bezeichnungen häufig synonym verwandt, weisen aber wichtige Unterschiede auf (vgl. z.B. BBE-Arbeitspapiere Nr. 1, Huth, Susanne (2017)).

Dieser Unterschiede sind wir uns wohl bewusst, haben uns jedoch aus Gründen der Vereinheitlichung für die Verwendung folgender Begriffe entschieden: 

Pat_in:             Freiwilige, die andere Menschen begleiten

Mentee:          der- oder diejenige, der|die begleitet wird

Gemeint sind hier Engagementformen, die auf individuellen Tandemlösungen beruhen und in der Regel auf einen längeren Zeitraum angelegt sind. 

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Patenschaften: Eine Idee für uns!?

Sie möchten ein Patenschaftsprojekt ins Leben rufen oder Ihr bestehendes Projekt weiterentwickeln?

Gemeinsam mit erfahrenen Projektträgern haben wir Aspekte zusammengetragen, die aus einer Idee ein tragfähiges Konzept entstehen lassen und dazu beitragen, dass sich Gutes noch besser weiterentwickeln kann. Der daraus entstandene Themenkatalog erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll Ihnen Anhaltspunkte liefern, Orientierung bieten und eine Checkliste zur (Weiter)Entwicklung Ihres Projekts sein.

Fehlt aus Ihrer Sicht ein wichtiger Aspekt? Sollten wir noch einen Punkt ergänzen? Dann melden Sie sich doch bitte einfach bei uns!

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1. Überlegungen vorab

Bevor Sie mit der detaillierten Projektplanung beginnen, sollten Sie Ihre Idee noch einmal „auf Herz und Nieren“ prüfen. Dazu geben die nachfolgenden Fragen Impulse. Hilfreich sind auch die Erfahrungen anderer Projektträger sowie die Angebote bereits vorhandener Unterstützungsstrukturen [siehe unten, Punkt 15 "Hilfreiche Links und Downloads"].

  • Welche Herausforderung wollen wir mit unserem Vorhaben angehen? Welchen Bedarf sehen wir?
  • Wer ist davon betroffen? An welche Zielgruppe wendet sich unser Projekt?
  • Was ist unser (Unterstützungs)Angebot und wie soll sich dadurch die Situation für die Zielgruppe verändern | verbessern?
  • Gibt es in unserer Stadt | in unserer Gemeinde bereits ein ähnliches Projekt? Falls ja:
    • Wie unterscheiden wir uns von diesem Vorhaben? Was sind unsere Alleinstellungsmerkmale?
    • Kommt eventuell eine Kooperation in Frage? Falls nein: Welche Gründe sprechen dagegen?
  • Existieren professionelle (= hauptamtliche) Angebote, die den von uns beschriebenen Bedarf aufgreifen und die sich an unsere Zielgruppe wenden? Falls ja: Wie könnte eine Zusammenarbeit aussehen? Wie ergänzen sich unsere Angebote?
  • Sind Patenschaften als zeitlich begrenzte, sehr individuelle 1:1-Beziehungen die geeignete Form, um die angestrebte Wirkung zu erreichen?

Arbeitsblatt: 1. Überlegungen vorab (PDF, 65 KB)

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2. Mentees

In Ihren Vorüberlegungen haben Sie sich bereits Gedanken über Ihre Zielgruppe gemacht. Jetzt geht es darum, diese Gruppe und deren Bedarfe so detailliert wie möglich zu beschreiben. Je mehr Sie über die Menschen wissen, die Sie mit Ihrem Vorhaben erreichen und unterstützen möchten, desto passgenauer können Sie Ihr Projekt auf deren Bedürfnisse zuschneiden.

  • Wen wollen wir konkret erreichen?
    • Wo sehen wir welchen Unterstützungsbedarf? Welchen Herausforderungen begegnet unsere Zielgruppe? Welche Bedarfe hat sie?
    • Welche Altersgruppe(n) sprechen wir an?
    • Was kennzeichnet das Lebensumfeld und den Alltag unserer Zielgruppe?
    • In welchem Sozialraum wollen wir aktiv werden (Stadt-| Ortsteil; Schule | Schulform etc.)?
  • Auswahl- und Ausschlusskriterien:
    • Sollen Mentees bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um an unserem Projekt teilnehmen zu können? Wenn ja, welche? [z.B. Bereitschaft, sich auf eine|n Pat_in einzulassen etc.]
    • Können | wollen wir diese Auswahlkriterien selbst prüfen oder benötigen wir dazu Kooperationspartner [z.B. Kita, Schule, Fachkräfte]?
    • Gibt es für uns Kriterien, die eine Teilnahme von Mentees an unserem Projekt ausschließen? Wo sehen wir Grenzen ehrenamtlichen Engagements? Wann wird fachlich-professionelle Begleitung | Beratung benötigt?
  • Welche Form von Unterstützung | Begleitung bieten wir Mentees an? Zum Beispiel …
    • Informationen zur Patenschaft: „unser Angebot“: Was geschieht im Rahmen der Patenschaft? Was können Mentees von Pat_innen erwarten, was nicht?
    • Wie lange kann | soll eine Patenschaft dauern? Gibt es eine zeitliche Begrenzung?
    • Rahmenbedingungen der Patenschaft [z.B. Versicherungsschutz; Ansprechpartner_in bei Konflikten | Unstimmigkeiten im Verlauf der Patenschaft, zeitliche Begrenzung …]

Arbeitsblatt: 2. Mentees (PDF, 66 KB)

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3. Pat_innen suchen und gewinnen

Patenschaften beruhen auf einer sehr persönlichen und vertrauensvollen Beziehung zwischen Pat_in und Mentee. Der passgenauen Auswahl der Pat_innen kommt daher eine ganz besondere Bedeutung zu. Es sind die Bedürfnisse der Zielgruppe, die den Inhalt und den Umfang der Patenschaft und damit auch die Anforderungen an die jeweiligen Pat_innen bestimmen.

  • Wen suchen wir als Pat_in?
    • Welche Fähigkeiten und Kompetenzen sollten Pat_innen mitbringen? Wird hierüber ein (Qualifikations)Nachweis benötigt?
    • Wie wichtig ist persönliches Erfahrungswissen für die Begleitung der Mentees?
      Menschen sind oftmals für andere glaubwürdiger, wenn sie einen ähnlichen Erfahrungshorizont haben. Weil Patenschaften auf Vertrauen aufbauen, kommt gerade diesem Erfahrungswissen unter Umständen eine hohe Bedeutung beim Beziehungsaufbau zu.
    • Welche persönlichen Eigenschaften benötigen Pat_innen [Geduld, Verlässlichkeit, Konsequenz, Fähigkeit zum Perspektivwechsel etc.]?
    • Sprechen wir mit unserem Vorhaben eine bestimmte Altersgruppe an?
    • Können sowohl Frauen als auch Männer die Rolle als Pat_in übernehmen?
    • Ist die Aufgabe als Pat_in auch für Menschen mit Handicap geeignet?
    • Wieviel Zeit sollten Pat_innen für die Patenschaft einplanen? Ist die Begleitung der Mentees an bestimmte Zeiten gebunden (nachmittags, bestimmte Wochentage etc.)? Ist darüber hinaus ein weiterer Zeitaufwand erforderlich (z.B. Austauschtreffen im Team, Aus- und Weiterbildung …)
    • Welche Verpflichtung gehen Pat_innen ein [Verbindlichkeit über einen längeren Zeitraum etc.]?
    • Gibt es Kriterien, die aus unserer Sicht ein Engagement als Pat_in ausschließen?
  • Wo finden wir mögliche Pat_innen?
    • Welche Kommunikationswege und Netzwerke können wir nutzen, um Interessierte für Patenschaften zu gewinnen?
    • Wie gehen wir proaktiv mit möglichen Vorbehalten | Ängsten gegenüber der Zielgruppe oder den Besonderheiten einer Patenschaft um?
  • Was haben wir Pat_innen anzubieten? Beispielsweise …
    • vorbereitende Qualifizierung
    • Schnupperphase | Probezeit
    • Fortbildungen
    • regelmäßige Austauschtreffen
    • feste Ansprechpartner_innen | fachliche Begleitung und Hilfestellung
    • Versicherungsschutz
    • Aufwandsentschädigung und Kostenerstattung …

Arbeitsblatt: 3. Pat_innen suchen und gewinnen (PDF, 66 KB)

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4. Pat_innen auf ihre Aufgaben vorbereiten

Patenschaften sind individuelle „Beziehungen auf Zeit“, die sich in hohem Maße an den Bedürfnissen der Mentees ausrichten. Dies erfordert einerseits Flexibilität, andererseits aber auch einen vorgegebenen Rahmen, der allen Beteiligten Orientierung und Sicherheit gibt.

Insbesondere die Pat_innen müssen daher wissen, welche Wirkungen für die Mentees angestrebt werden und sich vor diesem Hintergrund intensiv mit ihrer eigenen Rolle beschäftigen. Die wechselseitigen Erwartungen sollten bereits im Vorfeld offen angesprochen werden, um Unstimmigkeiten im Verlauf der Patenschaft zu vermeiden.

  • Was möchten wir als Projektträger mithilfe der Patenschaft für die Mentees bewirken?
  • Welche Rolle und welche Aufgaben sollen dabei Pat_innen übernehmen?
  • Benötigen Pat_innen dazu (Fach)Wissen? Falls ja, in welchen Bereichen?
    • Einige Beispiele für mögliche Aus-| Fortbildungsthemen …
      • Umgang mit Nähe und Distanz
      • Fragetechniken und aktives Zuhören
      • eigene Haltung und Rollenverständnis
      • Konfliktprävention
      • Netzwerke, Beratungs- und Unterstützungsangebote vor Ort …
    • In welcher Form wollen wir dieses Wissen vermitteln [individuelle Einzelgespräche, kollegialer Austausch zwischen den Pat_innen; Qualifizierung [vorbereitend oder begleitend]; Handbuch oder Leitfaden …]
    • Wo finden wir geeignete Referent_innen [z.B. Fachabteilungen in Behörden oder Organisationen; Referentenpool der Landesehrenamtsagentur [Ehrenamtssuchmaschine], lokale Freiwilligenagenturen, Kooperationspartner …]?
  • Welche Schwierigkeiten oder Herausforderungen könnten im Verlauf einer Patenschaft auftreten? Welche Hilfestellung geben wir dann den Pat_innen?
  • Wo sehen wir die Grenzen ehrenamtlichen Engagements?
  • Wie gestalten wir die Zusammenarbeit [Abstimmung, wechselseitige Information, Entscheidungs- und Weisungsbefugnisse etc.] zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen?

Arbeitsblatt: 4. Pat_innen auf ihre Aufgaben vorbereiten (PDF, 71 KB)

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5. Patenschaften, Mentees und Pat_innen begleiten

Das Zusammenspiel zwischen Mentee und Pat_in muss sich im Alltag einer Patenschaft bewähren. Flexibel auf Bedürfnisse zu reagieren, die eigene Rolle als Pat_in zu reflektieren und dabei die angestrebten Wirkungen nicht aus dem Blick zu verlieren, erfordert die kontinuierliche Begleitung der Patenschaft. Wie wollen Sie diese Begleitung gestalten?

  • Vereinbaren wir mit den Beteiligten (schriftlich oder mündlich) gemeinsame Ziele?
  • Wie stellen wir den notwendigen (Informations)Austausch sicher?
    • Wer benötigt welche Informationen von wem?
    • Sollten wir neben den Pat_innen weitere Personen einbeziehen [z.B. Kooperationspartner, Eltern …]?
    • Welche Möglichkeiten des Austauschs | der wechselseitigen Information gibt es? Welche Formate sind für welche Gruppe sinnvoll? Was können wir als Träger personell leisten?
  • Bieten wir Weiterbildungen an?
    • Welche Themen sind – aus unserer Sicht und aus Sicht der Beteiligten - wichtig?
    • Sollen Weiterbildungen einen freiwilligen oder einen verpflichtenden Charakter haben?
    • Ist es sinnvoll, eigene Weiterbildungsangebote zu konzipieren oder können wir bestehende Angebote nutzen?
  • Können sich Mentees und Pat_innen an feste Ansprechpartner_innen wenden? Handelt es sich dabei um dieselbe Person oder sollten dies unterschiedliche Personen sein?
  • Welche Konflikte | Stolpersteine und Problemsituationen können im Verlauf der Patenschaft entstehen? Wie gehen wir damit um?
  • Was tun, wenn Mentee und Pat_in doch nicht zusammenpassen?
  • Wie wertschätzen wir das Engagement der Mentees und der Pat_innen? Wollen wir Erfolge gemeinsam feiern?

Arbeitsblatt: 5. Patenschaften, Mentees und Pat_innen begleiten (PDF, 71 KB)

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6. Das Matching: Wer passt zu wem?

Jeder Mensch hat Eigenheiten. Das gilt selbstverständlich auch für Mentees und Pat_innen. Weil zwischen beiden eine vertrauensvolle Beziehung entstehen soll, braucht die Zusammenstellung der Tandems besonderes Fingerspitzengefühl.

  • Wie finden wir bereits im Vorfeld möglichst viel über die Bedürfnisse, Interessen und Wünsche des Mentee heraus?
  • Welche Erwartungen, Interessen und Wünsche an eine Patenschaft bringen die Pat_innen mit?
  • Stellen wir die Tandems selbst zusammen oder sollen Mentees und Pat_innen am Auswahlverfahren beteiligt sein?
  • Welche Kriterien müssen wir bei der Zusammenstellung von Tandems auf jeden Fall berücksichtigen?
  • Soll nach erfolgter Auswahl eine schriftliche Vereinbarung zwischen Mentee und Pat_in über Dauer und Inhalt der Patenschaft geschlossen werden?
  • Wollen wir den Beginn einer Patenschaft in einem besonderen Rahmen feiern?
  • Wie halten wir Mentees bzw. Pat_innen „bei der Stange“, wenn keine geeigneten Tandempartner zur Verfügung stehen?
  • Können die Tandems eine Probezeit | eine Schnupperphase vereinbaren, um sich vor einer endgültigen Entscheidung besser kennenzulernen?

Arbeitsblatt: 6. Das Matching: Wer passt zu wem? (PDF, 58 KB)

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7. Die erste Begegnung: Mentee und Pat_in lernen sich kennen

Das erste Kennenlernen ist immer aufregend: Wenn Mentee und Pat_in sich zum ersten Mal begegnen, haben beide Seiten sicherlich viele Fragen und sind vielleicht unsicher, wie sie ihr Treffen gestalten sollen.

  • Stellen wir als Projektträger den ersten Kontakt her? Oder übernehmen Mentee und Pat_in diese Aufgabe selbst? Wenn ja: Wer nimmt zuerst den Kontakt auf?
  • Können wir ein Info-Blatt mit praktischen Tipps für das erste Treffen erstellen?
  • Findet die erste Begegnung an einem neutralen Ort oder in der gewohnten Umgebung des Mentee oder des Paten | der Patin statt?
  • Streben wir an, dass Mentee und Pat_in sich bereits beim ersten Treffen auf gemeinsame Ziele verständigen?
  • Wenn wir als Projektträger beim ersten Kennenlernen nicht dabei sind: Wie stellen wir sicher, dass wir eine Rückmeldung des Tandems zum Verlauf des ersten Treffens bekommen (Sind sich die Partner sympathisch? Gab es Anlaufschwierigkeiten? Ist man gut ins Gespräch gekommen? …)?
  • Was tun wir, wenn sich in der ersten Begegnung zeigt, dass Mentee und Pat_in nicht zusammenpassen?

Arbeitsblatt: 7. Die erste Begegnung: Mentee und Pat_in lernen sich kennen (PDF, 58 KB)

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8. Patenschaften: Beziehungen auf Zeit

Der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung ist charakteristisch für eine Patenschaft. Andererseits sind Patenschaften aber in der Regel auf begrenzte Zeit angelegt: Entweder wird von Vornherein eine bestimmte Zeitdauer vereinbart oder die Patenschaft endet mit der Erreichung des vereinbarten (Wirkungs)Ziels.

Unter Umständen wird es dadurch für beide Seiten schwer, zu akzeptieren, dass die Patenschaft (und damit möglicherweise auch die Beziehung) zu einem bestimmten Zeitpunkt endet.

  • Machen wir von Beginn an deutlich, dass die Patenschaft eine Beziehung auf Zeit ist?
    (zum Beispiel: Dauer der Patenschaft in der schriftlichen Vereinbarung festhalten)
  • Geben wir Mentees und Pat_innen Praxistipps, wie sie selbst die Beendigung der Patenschaft gestalten können (z.B. langsames Auslaufen: zunehmend größere Abstände zwischen den Treffen etc.)?
  • Wie wollen wir von Trägerseite das Ende der Patenschaft gestalten?
    (z.B. gemeinsame Feier; Reflektionsgespräch mit allen Beteiligten; „Urkunde“ …)
  • Wie gehen wir damit um, dass die Tandems unter Umständen auch nach Beendigung der Patenschaft in Kontakt bleiben?
  • Was tun wir, wenn die Patenschaft ungeplant oder in einem Konflikt endet? Wie lässt sich der Abschied dennoch versöhnlich gestalten?

Arbeitsblatt: 8. Patenschaften: Beziehungen auf Zeit (PDF, 53 KB)

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9. Kooperationspartner

Diejenigen zu erreichen, die von einer Patenschaft profitieren und dadurch neue Perspektiven entwickeln, ist oft nicht ganz einfach. Oft ist es deshalb sinnvoll, Partner zu suchen, die bereits Zugang zur Zielgruppe haben und die die Patenschaftsidee aktiv unterstützen. Zugleich können deren Expertise und Kontakte genutzt werden, um das Patenschaftsprojekt in bestehende Netzwerke einzubinden.

  • Wer muss mit ins Boot?
    • Welche Institutionen | Organisationen | Behörden etc. haben Kontakt zu unserer Zielgruppe?
    • Gibt es wichtige Multiplikatoren und / oder bestehende Netzwerke, die wir in unser Projekt einbinden sollten?
  • Erwartungen klären
    • Was erwarten wir von potentiellen Partnern (z.B. fachliche Unterstützung; aktive Unterstützung bei der Gewinnung von Mentees; Kontakte und Netzwerke; Ressourcen bereitstellen etc.)
    • Was haben wir potentiellen Partnern zu bieten?
  • Was wollen wir gemeinsam erreichen? Sind wir uns darin einig, welche Veränderungen wir für unsere Zielgruppe anstreben | bewirken wollen?
  • Wie gestalten wir die Zusammenarbeit?
    • Kann | soll der jeweilige Partner Aufgaben übernehmen? Wenn ja, welche?
    • Soll die Zusammenarbeit schriftlich fixiert werden (z.B. Kooperationsvereinbarung)?
    • Wer koordiniert das Netzwerk?
    • Welche Entscheidungen treffen wir gemeinsam? Wo sollten wir uns abstimmen?
    • Wie treten wir nach außen auf?

Arbeitsblatt: 9. Kooperationspartner (PDF, 69 KB)

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10. Evaluation: Wirkung sichtbar machen

Mit Ihrem Patenschaftsprojekt wollen Sie die Lebenssituation, die Chancen und Perspektiven einer bestimmten Zielgruppe verändern. Ziel der Evaluation ist, herauszufinden, ob und in welchem Maße Ihnen dies gelungen ist. Auf diese Weise machen Sie die Wirkung Ihres Projekts sichtbar und haben so tragfähige Argumente, um beispielsweise (weitere) Partner und Unterstützer zu gewinnen.
Gleichzeitig liefert die Evaluation Ihnen aber auch wichtige Anhaltspunkte dafür, ob und gegebenenfalls welche Abläufe Sie innerhalb Ihres Projekts überdenken sollten.

Auch für kleinere Projekte ist die Evaluation wichtig! Dabei sollte sich der Aufwand aber immer am Nutzen orientieren. Und: Der Aufwand der Evaluation lohnt sich nur dann, wenn die erhobenen Daten für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Projekts genutzt werden.

  • Welche Wirkung | welche Veränderung für die Zielgruppe streben wir mit unserem Projekt an? Wie stellen wir fest, ob diese Veränderungen tatsächlich eintreten?
    • Kennzahlen und Indikatoren (z.B. schulische Leistungen verbessern sich)
    • Befragung von Mentee, Pat_innen und Kooperationspartnern zu Beginn und im Verlauf der Patenschaft …
  • messbare Ziele setzen, beispielsweise
    • Zahl der Patenschaften, die in einem bestimmten Zeitraum geschlossen werden sollen
    • Zahl der Pat_innen, die mehrfach eine Patenschaft übernehmen
    • Verringerung der Zahl von Patenschaftsabbrüchen …
  • von anderen lernen
    • Erfahrungsaustausch mit anderen Projektträgern
    • Was machen sie anders? Was können wir daraus für unser Projekt lernen?

Arbeitsblatt: 10. Evaluation: Wirkung sichtbar machen (PDF, 70 KB)

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11. Was kostet das Ganze? Wie finanzieren wir unser Vorhaben?

Planung und Umsetzung eines Patenschaftsprojekts benötigen Zeit (personelle Ressourcen) und Geld. Damit Ihnen im Verlauf Ihres Vorhabens nicht die entsprechenden Mittel zu dessen Fortführung fehlen, ist es wichtig, den personellen und finanziellen Bedarf sorgfältig zu planen. Auf dieser Basis können Sie Strategien zur systematischen Einwerbung der benötigten Mittel entwickeln.

  • Welche Zahl an Patenschaften streben wir an?
  • Welcher zeitliche Aufwand ist notwendig, um
    • Mentees, Pat_innen und Kooperationspartner zu gewinnen.
    • den Matching-Prozess zu gestalten.
    • die Patenschaften zu begleiten.
  • Wie viele Stunden ergeben sich daraus insgesamt? Welcher hauptamtliche Stellenanteil | wie viele ehrenamtlich tätige Koordinator_innen werden gebraucht?
  • Fallen Raumkosten an (beispielsweise für regelmäßige Austauschtreffen, für den Erstkontakt der Tandems, für Büroarbeiten etc.)?
  • Entstehen Bewirtungskosten (z.B. Austauschtreffen, Treffen mit Kooperationspartnern, Erstgespräche mit Interessierten …)? Wenn ja, in welcher Höhe?
  • Werden wir Fahrtkosten und|oder Aufwandserstattungen an die Pat_innen zahlen? Ausgehend von der geplanten Zahl von Patenschaften: Welcher Betrag ergibt sich daraus ungefähr?
  • Fallen Kosten für Aus- und Weiterbildung an?
  • Planen wir besondere Veranstaltungen (Feier, um den Beginn oder das Ende von Patenschaften zu feiern; Dankeschön-Feste; Weihnachtsfeier; Geburtstagskarten; …)?
  • Wie werden wir für die Patenschaften werben und | oder darüber berichten (Aufbau Webseite; Layout und Druck von Flyern | Plakaten; Streuartikel zur Werbung; Roll-up; Zeitungsanzeige; Leitfaden für Mentees und Pat_innen; …)?
  • Entstehen unter Umständen Kosten für die Rechtsberatung (beispielsweise Vereinsgründung; rechtliche Fragen zur Absicherung von Pat_innen und Mentees …)?
  • Minimum-|Maximum-Planung: Welche der vorgenannten Positionen fallen auf jeden Fall an? Welche Mittel sind nicht notwendig, aber wünschenswert?
  • Benötigen wir jeden Monat ein festes Budget? Wenn ja, in welcher Höhe?
  • Welche Finanzierungsquellen kommen für uns in Betracht?
  • Haben wir einen Budgetplan erstellt, der den Projektaufwand nachvollziehbar für Dritte darstellt?
  • Welche Eigenmittel können wir in das Vorhaben einbringen?

Arbeitsblatt: 11. Was kostet das Ganze? Wie finanzieren wir unser Vorhaben? (PDF, 71 KB)

Excel-Arbeitsblatt: Finanzplanung Patenschaftsprojekt (XLS, 11 KB)

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12. Öffentlichkeitsarbeit

Wer Wirkungsvolles tut, soll und will darüber auch berichten. Nicht zuletzt wird Ihr Patenschaftsprojekt auf diese Weise bekannter und es fällt leichter, Mentees, Pat_innen und Partner für die Zusammenarbeit zu begeistern.
Öffentlichkeitsarbeit hat viele Gesichter und reicht von der Pressemitteilung bis hin zum Flyer oder zur projekteigenen Webseite. Damit sich dieser Aufwand für Sie auch lohnt, sollten Sie sich stets vorher die Frage stellen, was und wen Sie erreichen wollen. Interessierte Freiwillige benötigen andere Informationen als Mentees oder potentielle Unterstützer.

  • Wen wollen wir im jeweiligen Fall mit unserer Öffentlichkeitsarbeit erreichen? Welche Informationen über unsere Arbeit | unser Angebot benötigt diese Zielgruppe?
  • Welche Kommunikationskanäle nutzt die jeweilige Zielgruppe häufig [Internet, soziale Netzwerke, bestimmte Veranstaltungen …]? Sind wir dort präsent bzw. wollen wir dort präsent sein?
  • Benötigen wir eine projekteigene Webseite? Wie hoch ist der Zeit- und Kostenaufwand dafür?
  • Wenn wir Bilder nutzen: Verfügen wir über die entsprechenden Bildrechte?
  • Haben wir einen aktuellen Presseverteiler?
  • Welche Werbemittel wollen wir für unsere Öffentlichkeitsarbeit nutzen? Zum Beispiel
    • Flyer; Plakate; Handzettel; Postkarten
    • Roll-up
    • Streuartikel (Kugelschreiber etc.) als kleine Geschenke etc.
  • Welche Veranstaltungen | Arbeitskreis- und Netzwerktreffen sind für uns interessant? Wo wollen wir unbedingt vertreten sein | teilnehmen?

Arbeitsblatt: 12. Öffentlichkeitsarbeit (PDF, 72 KB)

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13. Rechtliche Aspekte

Als Träger eines Patenschaftsprojekts sind einige rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten, die von der Wahl der passenden Rechtsform über Versicherungsfragen bis hin zur Wahrung von Urheber- und Bildrechten reichen.

  • Benötigen Sie für Ihr Patenschaftsprojekt eine eigene Rechtsform? Kommt die Gründung eines Vereins in Betracht? Wollen Sie den Verein eintragen lassen oder nicht? Streben Sie die Gemeinnützigkeit vor Ihr Vorhaben an?
  • Haben Sie Formulare vorbereitet, die alle Beteiligten über geltende Datenschutzregelungen informieren und zur Verschwiegenheit verpflichten?
  • Berücksichtigen Sie bei Ihrer Internetpräsenz [Webseite und soziale Netzwerke] die jeweiligen rechtlichen Bestimmungen [Pflicht zum Impressum; Datenschutzerklärung; Urheber- und Bildrechte etc.]
  • Wie sind Mentees und Pat_innen abgesichert | versichert?
  • Treffen Sie schriftliche Vereinbarungen mit
    • den Mentees oder mit deren Eltern [Einverständniserklärung; Zustimmung zur Speicherung von Daten und zur Verwendung von Fotos; Verschwiegenheitserklärung etc.]
    • den Pat_innen [Datenschutz- und Verschwiegenheitserklärung; Einverständnis mit der Speicherung von Daten; Einverständnis mit der Verwendung von Informationen und Fotos; etc.]
    • den Kooperationspartner?
  • Fordern Sie von den Pat_innen ein (erweitertes) Führungszeugnis an, auch wenn dazu unter Umständen keine rechtliche Verpflichtung besteht? Wer trägt hierfür die Kosten?
  • Ist es sinnvoll, die Pat_innen zu rechtlichen Themen zu schulen [z.B. Bundeskinderschutzgesetz; Kindeswohlgefährdung etc.]

Arbeitsblatt: 13. Rechtliche Aspekte (PDF, 70 KB)

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14. Von der Idee zum Konzept

Mit der Bearbeitung der vorhergehenden Punkte haben Sie Ihre Idee einer eingehenden Prüfung unterzogen, das Umfeld analysiert und sich einen Überblick darüber verschafft, welche Schritte notwendig sind und welche Ressourcen benötigt werden, um Ihr Vorhaben umzusetzen.

Diese Informationen systematisch zu bündeln und die einzelnen Schritte mit Zeit- und Zielvorgaben zu hinterlegen, ist Aufgabe der Projektplanung [Was soll bis wann erreicht | erledigt sein?]. Daraus entsteht ein Arbeitsplan als gute Grundlage, um Ihr Vorhaben Schritt für Schritt umzusetzen. Gleichzeitig entwickeln Sie ein „Frühwarnsystem“: Abweichungen vom Plan zeigen Ihnen rechtzeitig an, wo Sie genauer hinschauen und Ihr Vorgehen ggf. anpassen sollten.

Hier einige Tipps zur Projektplanung. Ausführliche Erklärungen | Beispiele dazu haben wir im nachstehenden PDF für Sie zusammengestellt:

 

  • Legen Sie zunächst fest, wann das Projekt nach außen sichtbar starten soll. Solche „Startpunkte“ können zum Beispiel der Abschluss einer Kooperationsvereinbarung, eine Info-Veranstaltung oder das erste Treffen der Tandems sein. Von diesem Stichtag aus planen Sie rückwärts. So lässt sich leichter erkennen, was bis wann erledigt sein muss.
  • Definieren Sie eindeutige Ziele: Eindeutig ist ein Ziel dann, wenn es spezifisch (genau beschrieben), messbar und terminiert ist.
  • Teilziele helfen, das Vorhaben übersichtlicher zu machen und erleichtern die Planung.
  • Welche Meilensteine können Sie für Ihr Projekt identifizieren? Meilensteine sind Teilziele, die von besonderer Bedeutung für die Fortführung Ihres Vorhabens sind.
  • Aufgabenliste: Erstellen Sie zu jedem (Teil)Ziel eine detaillierte Aufgabenliste. So stellen Sie sicher, dass kein wichtiger Punkt vergessen wird.
  • Projekte entwickeln sich selten wie geplant. Daher ist es wichtig, dass Sie anhand der von Ihnen formulierten (Teil)Ziele immer wieder prüfen, ob der eingeschlagene Weg auch zum gewünschten Ergebnis führt oder ob Sie vielleicht die Vorgehensweise an der ein oder anderen Stelle überdenken und | oder verändern müssen.

Arbeitsblatt: 14. Von der Idee zum Konzept (PDF, 87 KB)

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15. Hilfreiche Links und Downloads

Arbeitshilfen | Downloads

Excel-Arbeitsblatt: Finanzplanung Patenschaftsprojekt (XLS, 11 KB)

PDF-Arbeitsblätter 1-15 + XLS-Finanzplanung (ZIP, 878 KB)

Netzwerke, Verbände, Institutionen

  • www.gemeinsam-aktiv.de
    Webseite der Hessischen Ehrenamtskampagne; Infos zur Zusammenarbeit mit Freiwilligen; Modellprojekte; Fortbildungsangebote; Versicherungsfinder …
  • www.lagfa-hessen.de
    Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen in Hessen; Übersicht über Mitgliedsagenturen; Studien und Info-Portal

Leitfäden | Broschüren

Literaturtipps

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