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Häufig gestellte Fragen rund um den Versicherungsschutz im Ehrenamt

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Warum brauche ich in meinem Ehrenamt Versicherungsschutz?

Sie können bei der Ausübung Ihrer ehrenamtlichen Arbeit (oder auf dem Weg von und zu Ihrem Einsatzplatz) Schäden erleiden, also z. B. verunglücken. Wenn Ihr Träger in den Zuständigkeitsbereich der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege fällt, genießen Sie per Gesetz den gleichen Versicherungsschutz wie hauptamtlich Tätige. In bestimmten Fällen gilt dies auch für ehrenamtliche Arbeiten bei Trägern, die in den Zuständigkeitsbereich anderer Berufsgenossenschaften fallen.
Sie können bei Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit aber auch Schäden anrichten; insbesondere Sozialarbeit wird im Arbeitsrecht als "gefahr- oder schadengeneigte" Arbeit eingestuft. Für Schäden, die Sie in Ausübung Ihres Ehrenamts verursachen, sind Sie regresspflichtig, können aber in vielen Fällen Regressansprüche der geschädigten Person an Ihren Träger weiterleiten. Im eigenen Interesse und im Interesse ihrer Freiwilligen ist es deshalb für Trägerorganisationen ein Muss, eine Vereins- oder Betriebshaftpflichtversicherung abzuschließen. In ihr werden Schäden versichert, die aus einfacher bis hin zu grober Fahrlässigkeit resultieren. Nur Schäden, die vorsätzlich verursacht werden, sind nicht versicherbar.
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Welche Vorteile hat die Mitgliedschaft eines Vereins in der Berufsgenossenschaft für seine Ehrenamtlichen?

Die Anmeldung eines Vereins bei der Berufsgenossenschaft ist Pflicht, auch wenn kein bezahltes Personal beschäftigt wird. Im Zweifelsfall klären die Berufsgenossenschaften die Frage der Zuständigkeit untereinander.

Handelt es sich um einen Verein, der in den Zuständigkeitsbereich der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege fällt, hat diese Anmeldung den Vorteil, dass nicht nur hauptamtliche, sondern auch freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Vorstand und in der praktischen Arbeit regulär die Vorzüge der gesetzlichen Unfallversicherung genießen. Da diese Versicherung kraft Gesetz und nicht über einen Vertrag besteht, ist dies auch der Fall, wenn die Anmeldung unterbleibt. Der Vorwurf der Ordnungswidrigkeit wird allerdings bereits im Vorfeld vermieden.

Falls der Verein in die Zuständigkeit der Verwaltungsberufsgenossenschaft fällt, was in der Regel für Freizeitvereine und Hobbygruppen zutrifft, so bleibt die Anmeldung ein formaler Akt, wenn kein bezahltes Personal vorhanden ist. Ehrenamtliche sind nur dann versichert, wenn ihre Tätigkeit weit über das hinausgeht, was dem Vorstand oder dem Vereinsmitglied gemäß Satzung abverlangt werden kann. Beispielsweise könnte ein Unfall, der sich durch einen besonderen Einsatz beim Bau des Vereinsheims ereignet, durch die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt sein.
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Welche Versicherungen brauche ich als Übungsleiterin im Sportverein?

Als Übungsleiterin genießen Sie zum einen den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung über die Verwaltungsberufsgenossenschaft.

Zum anderen ist Ihr Sportverein für den Abschluss aller notwendigen weiteren Versicherungen zuständig, und es wird ihm einfach gemacht. Die Landessportverbände bzw. Landessportbünde haben nämlich jeweilige "Sportversicherungen" ausgehandelt, die automatisch ohne zusätzliche Kosten für alle Mitglieder gelten und die wesentlichen Risiken aus dem satzungsgemäßen Vereinsbetrieb abdecken. Das betrifft Unfälle, Haftpflicht, Vertrauensschäden, Reisegepäck, Rechtsschutz und eine ZusatzKrankenversicherung während versicherter Tätigkeiten und Veranstaltungen.

Spezielle Lücken ? Versicherungsschutz für Nichtmitglieder, Kfz-Versicherung mit Rechtsschutz, Reiseversicherungen und Veranstaltungsversicherungen ? können von Mitgliedsorganisationen zu günstigen Tarifen geschlossen werden.

Hinsichtlich der Details können Sie Informationen beim Versicherungsbüro des Landessportbunds Hessen anfordern:
Tel. 069-6789252 oder
vsbfrankfurt@arag-sportversicherung.de
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Wie erfahre ich, wie ich als Ehrenamtliche in der kirchlichen Arbeit versichert bin?

Im Hinblick auf Ihre gesetzliche Unfallversicherung ist die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege zuständig, wenn Sie in Einrichtungen der Caritas oder Diakonie arbeiten. Hier können Sie von einem umfassenden Unfallversicherungsschutz ausgehen.

Wenn Sie als Ehrenamtliche in der Kirchenverwaltung tätig sind oder klerikale Aufgaben wahrnehmen, ist die Verwaltungsberufsgenossenschaft zuständig. In diesem Fall ist der gesetzliche Versicherungsschutz weit eingeschränkter. Über private Unfall-Sammelversicherungsverträge haben die Landeskirchen und Bistümer allerdings für eine Ergänzung gesorgt.

Im Bereich der Wohlfahrtspflege haben die kirchlichen Einrichtungen individuelle Haftpflichtversicherungen abgeschlossen, die ihre haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter schützen. Im verfassten kirchlichen Bereich bestehen Haftpflicht-Sammelversicherungsverträge, die die Landeskirchen und Bistümer abgeschlossen haben. Die Verträge sehen eine pauschale Mitversicherung der kirchlichen Gliederungen, oft auch von kirchennahen Vereinen vor.

Fragen Sie die Zuständigen bei Ihrer Trägerorganisation bzw. in der Kirchenverwaltungen nach Details, die in Ihrem individuellen Fall gelten. Übergreifende Fragestellungen in diesem Zusammenhang beantwortet die Broschüre "Versicherungsschutz für Ehrenamtliche in Kirche, Caritas und Diakonie", die online bei www.ecclesia.de gegen eine geringe Gebühr bestellt werden kann.
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Bin ich mit meiner privaten Unfallversicherung auch in der ehrenamtlichen Arbeit versichert?

Das gleichzeitige Bestehen einer gesetzlichen und privaten Unfallversicherung widerspricht sich nicht ? Sie erhalten im Fall eines Unfalls Leistungen von zwei Seiten.

Die Aufgaben der gesetzliche Unfallversicherung bestehen in erster Linie darin, Arbeitsunfälle und Gesundheitsgefahren zu verhüten und die bestmögliche Wiederherstellung und Leistungsfähigkeit des Versicherten zu gewährleisten. Geldleistungen für die Geschädigten oder ihre Hinterbliebenen werden zwar in Form von Verletztengeld, Voll- oder Teilrenten sowie Hinterbliebenenrenten gewährt, sie sind aber gegenüber den Präventions- und Rehabilitationsaufgaben nachrangig.

Demgegenüber kennen private Unfallversicherungen als Ausgleich für entstandene Schäden in der Regel nur Geldleistungen.
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Bin ich mit meiner privaten Haftpflichtversicherung auch in der ehrenamtlichen Arbeit versichert?

Lange Zeit galt die Auffassung, dass die Privathaftpflichtversicherung keinerlei Schäden abdeckt, die aus einer ehrenamtlichen Arbeit resultieren. Im Internationalen Freiwilligenjahr hat sich eine Expertenkommission des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft der Frage angenommen und kam zu einem differenzierteren Ergebnis.

Keine Deckung besteht nach wie vor bei öffentlichen Ehrenämtern, z. B. Bürgermeistern oder Schöffen, oder bei wirtschaftlichen/sozialen Ehrenämtern, soweit sie gesetzlich als solche bezeichnet werden, wie Betriebs- und Personalräte oder ehrenamtliche Betreuer.

Eine Deckung besteht aber grundsätzlich für Freiwilligentätigkeiten
  • in der Krankenpflege, Altenpflege, Behindertenarbeit, Jugendarbeit
  • im Verein, in Bürgerinitiativen, Parteien und Interessenverbänden
  • im Bereich der Freizeitgestaltung in Sportvereinen, Musikgruppen etc.


Allerdings darf es sich hierbei nicht um eine Tätigkeit in gesamtverantwortlicher oder Führungsposition, um eine Tätigkeit mit Anordnungs- und Weisungsrechten oder Überwachungspflichten handeln. Details können dem Schreiben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft vom 26. März 2002 entnommen werden, das von der Enquete-Kommission "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagement" in seinem Bericht "Bürgerschaftliches Engagement: auf dem Weg in eine zukunftsfähige Bürgergesellschaft", erschienen im Verlag Leske + Budrich, Opladen 2002, auf den Seiten 797ff. abgedruckt wurde.

Zu bedenken ist jedoch, dass sich diese Auslegung der Leistungen der Privathaftpflichtversicherung noch nicht auf allen Ebenen herumgesprochen hat, so dass Versicherungsvertretern oder -gesellschaften im Schadensfall dieses Schreiben vorgelegt werden muss.
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Welchen gesetzlichen Unfallversicherungsschutz haben Ehrenamtliche, die für kommunale Träger arbeiten?

In den Unfallkassen der Länder und Gemeinden sind zunächst diejenigen Ehrenamtlichen abgesichert, die ein öffentliches Amt bekleiden. Hierunter fallen z. B. kommunale Mandatsträger, ehrenamtliche Richter, Schöffen, aber auch Zeugen. Neben dieser engen Auslegung von "Ehrenamtsträgern" fallen aber auch "unentgeltlich" oder "arbeitnehmerähnlich Tätige", also freiwillige Helfer im Auftrag von kommunalen Einrichtungen, in den Zuständigkeitsbereich der Unfallkassen. Dies gilt etwa für Freiwillige, die den Leiter des städtischen Seniorenbüros in der Organisation des Sommerfests unterstützen.

Gerade in Kommunen scheint es häufiger vorzukommen, dass sich bei auftretenden Problemen niemand erinnern kann, einem Freiwilligen den entsprechenden Auftrag zur Verrichtung einer Leistung gegeben zu haben. Obwohl dies den Grundsätzen der Freiwilligenarbeit widerspricht, schaffen ein schriftlicher Auftrag über eine bestimmte Arbeit oder eine allgemeine Tätigkeitsbeschreibung Sicherheit für freiwillige Helfer.

Diese Tätigkeitsbeschreibung könnte lauten: "Frau X ist regelmäßig etwa Y Stunden pro Woche / Monat für die Einrichtung Z unentgeltlich tätig und unterstützt die hauptamtlichen Mitarbeiter durch Leistungen, die sie in deren Auftrag durchführt."
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Welchen Haftpflichtversicherungsschutz haben Ehrenamtliche, die für kommunale Träger arbeiten?

Die Haftpflichtversicherungen von Kommunen sind hinsichtlich dieser Frage im Detail zu überprüfen. Jeder Kommune steht es frei, individuelle Lösungen zu finden, obwohl eine Vielzahl von Kommunen im Rahmen der GVV-Kommunalversicherung, die als Selbsthilfe-Organisation fungiert, umfassende Lösungen gewählt haben.

Ehrenamtliche sollten die Zuständige in ihrer Kommune kontaktieren und auf detaillierte Information bestehen, obwohl dies erfahrungsgemäß ein langwieriger Prozess sein kann.
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Welche Risiken der Freiwilligenarbeit sind über den Träger nicht versicherbar?

Nicht versicherbar sind:

  • Schäden,die Ehrenamtlichen bei Ausübung ihrer Tätigkeit am persönlichen Eigentum selbst entstehen
  • eine Erhöhung der Selbstbeteiligung in der Kfz-Kasko-Versicherung bei einem selbst verursachten Unfall während der ehrenamtlichen Tätigkeit
  • Körper- oder Sachschäden fremder Personen, die Ehrenamtliche während ihrer Tätigkeit bei einem Unfall mit dem privaten Pkw, Motorrad oder Moped verursachen
  • Versicherungsschutz besteht jedoch über die Kfz-Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters
  • Körperschäden von Insassen eines privaten Pkws, die bei einem Unfall als Betreute mitfuhren; Versicherungsschutz besteht jedoch über die Kfz-Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters
  • Eigenschäden des Trägers, z. B. am Mobiliar, die Ehrenamtliche während ihrer Tätigkeit verursachen; eine Ausnahme besteht jedoch für bestimmte Geräte, die unter die Elektronikversicherung fallen