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Ehrenamtliche Mitarbeiter an der Hermann-Ehlers-Schule

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Entstehung

Auszug aus einem Interview mit Herrn Thomas Müller (Lehrer an der Hermann-Ehlers-Schule) dem Gründer des Projekts.

Wie so oft werden Ideen durch aktuelle Notwendigkeiten geboren.

Ausgangspunkt waren die Defizite meiner leistungsschwächeren Gesamtschüler und die wünschenswerten Leistungssteigerungen der Leistungsstärkeren.

Erstere sind gekennzeichnet durch große Wissenslücken wie sie bei „Hauptschülern“ in der ganzen Bundesrepublik zu finden sind. Diese Defizite reichen manchmal bis in den Primarbereich zurück.

Verursacht wurden sie durch nicht vorhandene Hilfestellungen zum richtigen Zeitpunkt.
Diese hätten geleistet werden können, entweder durch Unterstützung der Eltern bzw. durch
Personal in der Schule, das ausreichend Zeit gehabt hätte, um auf die Schüler individuell einzugehen.

Wenn dies möglich gewesen wäre hätten individuelle Lernrückstände vermieden werden können.    

Da auf diese ganz persönlichen Lernlücken in unserem Schulsystem nicht immer ausreichend
und persönlich eingegangen werden konnte, entstanden bisweilen Ausgangslagen, die es
den Schülern nicht mehr gestatteten im notwendigen Maße befriedigend und erfolgreich zu lernen.

Es entstanden Persönlichkeiten, die Lernhemmungen, Lernstörungen bzw. auch ganz deutlichen Lernunwillen aufzeigen.

Die Folgen davon sind letztendlich Probleme bei der Lehrstellensuche und beim Erhalt eines Arbeitsplatzes.

Erkenntnisse aus der Pisastudie zeigten, dass Verbesserungen der Schulleistungen besonders
dann eintreten, wenn eine individuelle Förderung im Unterricht gewährleistet ist. Dies wird erfolgreich in  nordischen Ländern praktiziert und ist auch in Indien sonderpädagogisch realisiert.

Dies alles gilt selbstverständlich auch bei den angestrebten Leistungssteigerungen der leistungsstärkeren Schüler.

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Erste Schritte

Ich fragte mich, was wird benötigt und was kann ich persönlich s o f o r t dafür tun, um diese Erkenntnisse zumindest ansatzweise s o f o r t umzusetzen.

Ich musste das beschaffen, was man auch in unserem Bildungssystem benötigt, sich aber nur Privatschulen für viel Geld erfolgreich leisten können.
Hier finden wir unter anderem kleine Klassenstärken (10 Schüler) mit der Folge, dass sich die Pädagogen individueller um ihre Schüler kümmern können.

Ich musste also kostenlos das organisieren, was für unseren Staat zu teuer ist.

Wie ?

Hier war der Gedankensprung zu den ehrenamtlichen Mitarbeitern nicht mehr weit.

Um ein solches Projekt auf  Dauer am Leben zu erhalten, müssen beide Seiten davon profitieren.

Anzeigen und Artikel

Um die Resonanz und das Interesse von Ehrenamtlichen zu testen wurden Anzeigen und Artikel in verschiedenen regionalen wie überregionalen Zeitungen und Anzeigern geschaltet.

Das Ergebnis war optimal. Es meldeten sich zahlreiche interessierte und erfahrene Menschen.

Diese Bewerber erhielten nach kurzen Vorbereitungsgesprächen die Gelegenheit ihre potentiellen Schüler kennen zu lernen und sofort in den Arbeitsprozess einzusteigen.

Alle erwiesen sich sehr erfolgreich im „Learning by doing“. Nach kurzer Zeit bildete sich ein zielstrebiger Kern, der und auch im folgenden Schuljahr seine Arbeit fortsetzte.
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Personengruppen

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Welche Personengruppen kommen in Frage:

Engagierte berufstätige Lehrer, die noch eine Zusatzaufgabe suchen um ihre Arbeit durch
experimentieren zu optimieren.

Arbeitslose Lehrer, die auf diese Art Erfahrungen und Praxis in ihrem Berufsfeld gewinnen
können.

Pensionierte Lehrer, die so ihre lange Berufspraxis nicht von einem Tag auf den
anderen völlig aufgeben müssen und ihre wertvollen Erfahrungen in Schüler investieren können.

Pädagogisch Interessierte, die ihre Lebenserfahrungen und ihr Können zur Förderung von  Schüler einbringen möchten.

Senioren, die geduldig und sensitiv mit Schülern arbeiten wollen und so die
Möglichkeit einer befriedigenden, sinnvollen und moralisch positiv bewerteten Tätigkeit
nachgehen können (hier kann der allgemeinen Trennung von Jung und Alt etwas
entgegen gewirkt werden).

Rentner die aus Tätigkeiten der Wirtschaft kommen. Sie haben andere Sichtweisen als Pädagogen, wodurch sie die Schüler bereits jetzt etwas näher an die wirtschaftliche Realität heranführen können.
Blinde Flecken der Pädagogen werden zudem offenbar und können beleuchtet werden.  

Personen mit therapeutischen Erfahrungen, sie können hier in einem realistischen Umfeld ihr Wissen einbringen und Erfahrungen jenseits therapeutischer Räume machen  

Eltern, deren Kinder in anderen Klassenstufen an der Hermann-Ehlers Schule sind.
Ihr Nutzen liegt in den Erfahrungen, die sie hier sammeln und die sie erfolgreich bei der Unterstützung ihrer eigenen Kinder anwenden können.

Der weitere Nutzen für diese Personengruppen liegt in einer sinnvollen persönlich bereichernden Tätigkeit.
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Realisierung bis heute

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Ziel dieser Personen ist die Schüler in den Hauptfächern zu unterstützen. Dies geschieht
im Rahmen einer erweiterten schulischen Nach- und  Hausaufgabenbetreuung.

Zunächst  wurde dies 2004 einige Monate als Versuch in einer 8. Klasse erfolgreich praktiziert ( Deutsch, Englisch,  Mathematik und „Lerntechniken"). Als Ergebnis  konnte beispielsweise eine Schülerin mit sehr starken Lernproblemen ihre Leistungen so weit und schnell verbessern,  dass es ihr gelang  sehr gute mathematische Ergebnisse zu erzielen.

Das Projekt lief sehr viel versprechend an.

Diese positive Resonanz zeigte sich gleichermaßen bei den Lehrkräften als auch bei den Schülern, die nach einer kurzen Gewöhnungsphase regelrecht auf die zusätzlichen Kräfte warteten und sie fest einkalkulierten.
Diese wurden wie von selbst von den Schülern dahin gehend instrumentalisiert sie auf Klassenarbeiten vorzubereiten.
Hier konnten sie noch nicht Verstandenes hinterfragen und klären.

Aufgrund des Angebots einer Lehrerin einen Stützkurs für Englisch zu gestalten konnte schnell ein jahrgangsübergreifender Englischförderkurs eingerichtet werden, der sich größter Beliebtheit erfreute und auch noch 2008 regelmäßig mit neuen Schülern stattfindet.

Optimistisch konnte man schon damals in die Zukunft schauen, da viele Unterrichtskräfte ihre Aktivitäten fortsetzen bzw. sogar ausbauen wollten und auch immer wieder neue dazukamen.

Einer Lehrkraft die sich auf Grund der geschalteten Zeitungsartikel meldete, konnte 2005  sogar ein Honorarvertrag an der HES angeboten werden.
Im Schuljahr 2005 / 06 wurde das Konzept auch auf andere Jahrgangsstufen ausgedehnt.

Heute (2008) erfolgt ein Einsatz von ehrenamtlichen Kräften in den Klassenstufen 6, 7, 9 und 10. Diese unterstützen die Schüler nach wie vor fachlich (in den Hauptfächer sowie Chemie und Physik), kommen aber auch im erweiterten Betreuungsbereich und bei der Hausaufgabenhilfe zum Einsatz.


Ausbau und Fortsetzung in der Zukunft

Die Aktivitäten von ehrenamtlichen Mitarbeitern an einer sich verändernden Schule in einer veränderten Gesellschaft können sicherlich vielschichtig und vielseitig sein.

Querdenken und kreatives  Denken kann hier zahlreiche Einsatzfelder zutage bringen.

Beispielsweise könnten Senioren ein eigenes Kommunikationszentrum in der Schule aufbauen von wo aus sie verschiedene Einsatzbereiche koordinieren könnten.

Um noch mehr Ideen in der Zukunft realisieren zu können sucht die Schule weiterhin
Menschen, die sich angesprochen fühlen Jugendliche auch mit größeren Lernproblemen auf einfachem Niveau zu unterstützen.

Gesucht werden aber auch ehrenamtliche Mitarbeiter, die leistungsstärkeren Schülern
(Realschul- und Gymnasialniveau) bei ihrer Kompetenzerweiterung behilflich sein
wollen.

All diese Personen werden einen entscheidenden Beitrag leisten um das Ziel der Schule,
die Förderung der Schüler auf allen Leistungsniveaus voran zu treiben, noch stärker zu realisieren.
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Gespräch mit dem Hessischen Rundfunk

Jüngere und ältere Menschen melden sich in gleicher Anzahl. Genau das war die Absicht ein breites Spektrum von Menschen zu erfassen. Das Konzept beruht gerade darauf nicht nur Lehrer bzw. ehemalige Lehrer aktiv werden zu lassen. Jeder sollte sich auf seine Art und Weise für die Schule einbringen können.
Die Bereicherung liegt hierbei einmal in den fachlichen Qualitäten der ehrenamtlichen Mitarbeiter aber auch in der persönlichen Schätzen die jeder einzelne einbringt.
Die neuen Mitarbeiter arbeiten häufig mit kleinen Gruppen (2-3 Schüler, manchmal auch einzeln), aber auch mit größeren Lerngruppen wie Herr Heck der heute hier anwesend ist.

Herr Heck

Herr Heck ist schon seit Jahren an der Hermann-Ehlers-Schule aktiv.
Er ist bereits 84 Jahre alt aber immer noch so etwas wie ein Workaholic. Er ist nicht nur hier an der Schule tätig, sondern hat noch andere Einsatzfelder an anderen Orten in Wiesbaden.
Herr Heck war zunächst 2 Jahre in Neigungsgruppen mit Schülern der 9. und 10. Klasse engagiert und äußerst aktiv. Inzwischen bereichert er den Chemieunterricht mit seiner charmanten Art und Weise, sowie mit Experimenten, die er sich ausdenkt und so den normalen professionellen Unterricht ergänzt.
Genau das ist die Absicht:
Professionelle Arbeit durch die angestellten Lehrer an der Schule + Erfahrung und Bereicherung von Einzelnen.

Das erzeugt potenzierte Vitalität, die die Schule ausstrahlen möchte. Neue und interessierte ehrenamtliche Mitarbeiter mit einer guten Idee und dem Willen mit Jugendlichen individuell umzugehen sind stets willkommen.

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Ansprechpartner

Rektorin Frau Lilge und Herrn Thomas Müller,

Hermann-Ehlers-Schule,

Tempelhofer Straße 57,

65205 Wiesbaden,

Tel.: 0611-97890,

www.hes-wiesbaden.de

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Der 84-jährige Friedrich Heck arbeitet als ehrenamtlicher Lehrer

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Die Schüler genießen ihre Pause. Friedrich Heck baut derweil im Chemiesaal eine neue Versuchsanordnung für die nächste Unterrichtsstunde auf.

Foto: RMB / Heiko Kubenka

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Initiative des Monats

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Bewerbungs-formular zur Initiative des Monats

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